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RITUAL: Wintersonnenwende
21. Dezember 2025
Heute erreicht die Dunkelheit mit der längsten Nacht des Jahres und somit der Winter ihren Pol. Ab morgen kehrt das Licht, der Sommer langsam zurück.
Gestern, am Feuer im Nachtwald, sind uns zwei Dunkelheiten begegnet. Vielleicht gibt es noch mehr.
Da ist eine warme Dunkelheit.
Wir sehen nichts, haben keine Klarheit, doch wir fühlen viel, sind verbunden.
Sie ist eine lebendige Dunkelheit, weich und haltend.
In ihr darf etwas reifen, bevor es Form annimmt, bevor es bereit ist, ins Licht, ins Bewusstsein zu kommen.
Und dann gibt es eine kalte Dunkelheit.
Eine, die zu uns gehört und doch abgetrennt ist.
In ihr leben Schmerz, Trauma, alte Geschichten und ins Unbewusstsein verstossene Anteile – wie «böse Monster».
Es ist eine Dunkelheit, die wir oft fürchten, weil wir nicht mit ihr verbunden sind, weil wir nicht wissen, was sie birgt.
Wir sind Teil dieser natürlichen Bewegung und dürfen im Dunkeln ankommen. Und reinspüren, wozu sie uns einlädt.
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Wie geht es dir in dieser dunklen Jahreszeit? Was machen die langen Nächte mit dir?
Zeigen sie dir eher Unangenehmes – oder auch Gemütliches? -
Gibt es etwas, dessen Wirkung du gut spürst, das du aber (noch) nicht verstehst?
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Spürst du etwas in dir, das noch ein bisschen schlummern möchte, bevor du es jemandem erzählst oder umsetzt?
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Wo erlebst du gerade eine warme Dunkelheit, in der etwas reift? Spürst du diese Dunkelheit auch irgendwo im Körper?
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Wo nimmst du eine kalte Dunkelheit wahr – oder einen Anteil von dir, den du ablehnst?
Wie ist es, mit ihm zu sein? Bis wohin getraust du dich, dich ihm anzunähern? Was brauchst du dafür?
ELEMENT: Feuer
20. November 2025
In der Polarity-Therapie verstehen wir den Körper als Mikrokosmos, der das grössere Ganze widerspiegelt. Alles, was im Aussen wirkt, lebt auch in uns – ebenso die fünf Elemente: Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde.
Das Feuer erinnert uns an unsere innere Kraft: an unsere Vitalität, Wärme, Mut, Klarheit, Tatendrang, Lust, Präsenz und Ausrichtung. Es zeigt sich in Momenten, in denen wir klar wissen, was wir wollen, wofür wir brennen – und ebenso in den Momenten, in denen wir spüren, dass wir Grenzen setzen müssen.
Wenn unser inneres Feuer zu lange überfordert wird, kann es ausbrennen. Die Lebendigkeit erschöpft, Klarheit wird zu Nebel und der Mut zu handeln schwindet. Ebenso kann ein lange zurückgehaltenes Feuer explosiv werden – wenn wir unsere Bedürfnisse, Grenzen und Impulse zu lange unterdrücken, entlädt sich die angestaute Energie oft plötzlich und heftig. Beide Extreme zeigen uns, wie wichtig es ist, unser inneres Feuer zu nähren, zu schützen und bewusst zu regulieren.
Körperlich ist das Feuer verbunden mit der Stirn, dem Solarplexus und den Oberschenkeln, aber auch den Augen der Verdauung und unserer Vitalität.
Folgend ein paar Fragen, um dein inneres Feuer zu erforschen:
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Wie spürst du gerade deine Mitte? Warm, ruhig, aktiviert, unruhig, gespannt?
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Wie lebendig fühlst du dich jetzt gerade? Wie zeigt sich Lust und Lebendigkeit in deinem Körper?
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Spürst du Anzeichen von Erschöpfung oder innerer Leere? Was würde deinem Feuer helfen, sich zu erholen, statt weiter zu brennen?
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Was bringt dich innerlich zum glühen? Für welche Menschen, Tätigkeiten oder Situation brennst du?
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Spürst du, wo deine Grenzen sind? Und kannst du für sie einstehen? Wie fühlt es sich an, wenn du zu jemandem oder etwas ‚Nein‘ sagst?
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Wo in deinem Leben möchtest du für dich einstehen oder dich klarer zeigen?
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Welche Grenzen oder Bedürfnisse möchtest du ausdrücken, bevor sie sich explosionsartig zeigen?
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Fällt es dir leicht, deine Ideen in die Tat umzusetzen, dich zu entscheiden und zu fokussieren?
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Wann hast du dich zuletzt mutig gefühlt? Wie hat sich das angefühlt?
TANZ DER POLARITÄTEN: Struktur & Fluss
6. November 2025
Zwei weitere Polaritäten im Tanz: Strultur und Fluss
Struktur ist fest, tragend, klar.
Sie gibt Form, Richtung und Halt.
Der Fluss vertraurt sich der Bewegung an, folgt den Impulsen des Lebens, ohne zu wissen, wohin sie ihn führen.
Im Fluss liegt das Vertrauen, dass alles, was sich zeigt, dazugehört.
Struktur und Fluss scheinen Gegensätze zu sein,
doch sie gehören untrennbar zusammen.
Ohne Halt zerfliesst der Fluss.
Ohne Fluss versteinert die Struktur.
Durch ihre Verbindung kann die Form flexibel bleiben und Bewegung integriert werden.
Ein Tanz zwischen Halt und Hingabe,
zwischen Ordnung und Wildheit,
zwischen Kontrolle und Vertrauen.
ELEMENT: Luft
29. Oktober 2025
In der Polarity-Therapie verstehen wir den Körper als Mikrokosmos, der den Makrokosmos spiegelt: Alles, was aussen existiert, finden wir auch in uns. So tragen wir auch die fünf Elemente – Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde – in uns. Jedes von ihnen bringt eigene Qualitäten mit, die wir sowohl in der Natur als auch in uns selbst erleben können.
Die Luft lädt uns ein, zu spielen, zu bewegen, zu träumen, Ideen zu spinnen, weit zu denken, auszuprobieren, offen zu sein und uns erregen und inspirieren zu lassen. Körperlich ist die Luft verbunden mit der Brust, dem Atem und den Gefühlen.
Folgend ein paar Fragen, um die Luft in dir etwas zu erforschen:
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Wie fühlt sich dein Atem gerade an – frei, leicht, stockend, flach, tief?
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Spürst du Gefühle in deiner Brust? Wie fühlt sich dieses Gefühl körperlich an? Bewegt es sich, breitet es sich aus? Was passiert, wenn du es beobachtest?
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Wie fühlt sich Mitgefühl an, auch für dich selbst?
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Wie nimmst du deine Gedanken heute wahr? Sind sie klar, vernebelt, springend?
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Wie fühlt es sich in deinem Körper an, wenn du dich inspiriert fühlst?
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Erlaubst du dir, Träume zu haben, Ideen zu spinnen, (noch) keine Meinung zu etwas zu haben?
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Finden deine Gedanken und Vision Ausdruck oder bleiben sie im Kopf?
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Gibt es in deinem Leben Bereiche, in denen du dir mehr Leichtigkeit wünschst?
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Wie beweglich nimmst du dich wahr? Bleibst du lieber bei einem Plan oder magst du Spontanes?
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Wie offen bist du für Impulse oder Reize von aussen? Fegen sie dich wie ein Sturm vom Boden (Erde) oder bleibst du verwurzelt und kannst dem Wind um und in dir zuschauen?
TANZ DER POLARITÄTEN: Klarheit & Ambivalenz
19. Oktober 2025
Klarheit - Ambivalenz.
Diese beiden Polaritäten beschäftigen mich dieses Jahr besonders.
Klarheit hat einen leuchtenden, glasklaren Kern,
wie ein Edelstein entlang der Wirbelsäule. Sie strahlt von innen heraus. Verbunden mit sich selbst entsteht Ruhe.
Innen – und auch aussen – darf alles so gesehen werden, wie es ist, ohne Verzerrungen, ohne Irritationen.
Aus dem Innen entsteht Richtung. Ohne Drängen. Ganz ruhig.
Klarheit ist kein Zustand, den wir festhalten können.
Sie ist wie der Moment, in dem das Wasser still wird
und wir den Grund erkennen bis die nächste Welle kommt.
Ambivalenz zieht in viele Richtungen. Vielleicht so stark,
bis sich das Zentrum auflöst. Etwas sucht, etwas weiss (noch) nicht, wo es hingehört. Und Ambivalenz ist Bewegung. Sie ist das Erkunden von Möglichkeiten,
das Durchwandern des Dazwischen. Wenn sie da sein darf,
wenn wir uns in unterschiedliche Richtungen dehnen lassen,
kann Raum entstehen. Ein Raum für uns selbst
und all das Ambivalente, Gleichzeitige, das wir sind.
Klarheit und Ambivalenz sind Polaritäten – und damit auch Wendepunkte. Oft bewegen sie sich bereits ineinander,
wenn wir sie gerade noch als Gegensätze erleben. Wo die Klarheit ganz klar wird, beginnt sie sich vielleicht schon wieder zu vernebeln. Und wo Ambivalenz sich ausdehnen darf, formt sich vielleicht allmählich eine neue Erkenntnis.
Ein Tanz zwischen Wissen und Nichtwissen, zwischen Form und Wandlung, zwischen Sein und Werden.
Dieser Tanz ist Lebendigkeit.
Und vielleicht entsteht in diesem Tanz etwas, das jenseits beider Pole liegt. Etwas Neues.
ELEMENT: Äther
4. Oktober 2025
In der Polarity-Therapie – einer ganzheitlichen Körperarbeit – arbeiten wir unter anderem mit fünf Elementen, die auch in vielen alten Heiltraditionen bekannt sind: Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde.
Dabei verstehen wir den menschlichen Körper als kleinen Kosmos, in dem sich die Natur widerspiegelt. Alles, was draussen existiert, finden wir auch in uns.
Das Element Äther ist dabei besonders: Es ist nicht greifbar wie Wasser oder Erde – es ist der Raum, in dem alles entsteht. Seine Qualitäten sind Weite, Ruhe, Harmonie und Liebe.
Folgend ein paar Fragen, um deinen Äther etwas zu erforschen:
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Wie fühlt sich dein innerer Raum jetzt in diesem Moment an? Leer, voll, klar, diffus, frei, eng?
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Wie gestaltest du deinen äusseren Raum – ist er dekoriert oder eher schlicht?
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Wie viel Raum nimmst du allgemein ein – körperlich, emotional, stimmlich?
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Wie viel Platz nehme ich im Raum tatsächlich ein – durch meine Haltung, meine Bewegungen, meine Präsenz? Traue ich mich, sichtbar zu sein?
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Erlaube ich mir, mit meinen Gefühlen da zu sein – sie zu fühlen, zu zeigen, auszudrücken? Oder versuche ich, sie kleinzuhalten, damit es für mich oder andere nicht „zu viel“ wird?
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Erlaube ich mir, laut zu sprechen, meinen Platz einzunehmen, meine Wahrheit auszusprechen – oder halte ich mich eher zurück?
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Hast du in deinem Alltag genügend Raum, um einfach zu sein? Wie geht es dir, wenn du einfach bist und nichts machst?
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Bei welchen Tätigkeiten und mit welchen Menschen in deinem Leben bekommst du Raum, geht ein innerer Raum auf? Wo in deinem Körper spürst du das und wie fühlst sich das an, wenn in dir Raum aufgeht?
RITUAL: Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche
24. September 2025
Vergangenen Sonntag war die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche. Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit sind gleich lang.
Dieser Moment markiert den Übergang vom Licht in die Dunkelheit, vom Aussen ins Innen, vom Bewusstsein ins Unbewusstsein, vom Element Feuer ins Wasser.
Wir sind Teil der Natur. So dürfen wir uns fragen: Was zeigt sie uns im Herbst, zu was lädt sie uns ein?
Nach dem Sommer ist Erntezeit. Früchte und Gemüse sind reif, und auch wir können zurückschauen: Wofür bin ich dankbar? Was ist gewachsen, was hat mich getragen?
Die Bäume ziehen nun ihre Kraft langsam nach innen, hinunter in die Wurzeln. Dabei lassen sie ihre Blätter eines nach dem anderen los. Auch wir sind Teil dieser Bewegung: Was durfte lange Teil von mir sein, wurde geehrt – und darf nun gehen, damit meine Energie nach Innen fliessen kann?
Mit der Kälte und der Dunkelheit zieht auch der Nebel ein. Er lädt uns ein, das Unklare, Unsichtbare willkommen zu heissen. Was brauchst du, um zu vertrauen, dass sich etwas im Verborgenen entwickelt, ohne dass du irgendetwas machen musst? Was in dir braucht gerade Ruhe und Zeit, um anzureifen? Was darf gerade unklar sein?
TANZ DER POLARITÄTEN: Tag und Nacht
30. Juli 2025
So wie es den Tag nicht ohne die Nacht geben kann, braucht auch unsere Lebensenergie beide Pole: Licht & Dunkelheit, Aktivität & Ruhe, Geben & Annehmen.
Im Lauf des Lebens – durch Prägungen, unverarbeitete Erlebnisse oder Stress – kann es passieren, dass wir uns einseitig an einem Pol festhalten: wir funktionieren nur noch im "Tagesmodus" – hell, aktiv, leistungsbereit – und haben die Verbindung zur Nacht in uns verloren. Das Innehalten, das Fühlen, das Loslassen zur inneren Regulation fehlt und es können sich Unwohlsein, körperlicher Schmerz oder psychische Beschwerden bemerkbar machen.
In der Polarity-Therapie laden wir beide Seiten, beide Pole wieder ein: den klaren Fokus des Tages und die stille Tiefe der Nacht. Denn Heilung geschieht nicht, indem ein Symptom beseitigt wird – sondern indem etwas dazu kommen darf: ein fehlender Pol, eine vergessene Qualität, eine neue Perspektive. So entsteht Ganzheit und Gesundheit.
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